Vanessa Schwenk sitzt mit ihrem Hund Pepper am Strand.
Hund

1 Jahr mit Pepper: 7 Dinge, die ich vom Leben mit Hund gelernt habe

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Heute vor einem Jahr (minus 1 Tag) ist Pepper bei mir eingezogen – und hat mein Leben auf den Kopf gestellt. Er war so klein und unschuldig und hat trotzdem von Tag 1 seinen wahren Charakter gezeigt: ein Wusel mit Boss-Allüren und viel Angst. Bei den ersten Kennenlernen hat er das noch gut versteckt – auch auf der ersten Autofahrt – doch schon am nächsten Tag packte er seine coolste Charaktereigenschaften aus und bellte den ersten Besuch gleich an. Trotz dieser Macken liebe ich diesen kleinen Knopf bis zur Unendlichkeit. Die Abende an denen wir zusammen auf der Couch liegen oder die unzähligen Spaziergange, bei denen wir den Sonnenaufgänge beobachten sind Gold wert. In einem Jahr habe ich sehr viel über das Leben mit Hund gelernt, Positives wie auch Negatives.

Vanessa Schwenk sits with her dog in Venice
© Vanessa Schwenk

Leben mit Hund: 7 Learnings, die ich gerne vorher gewusst hätte

Obwohl ich unzählige Bücher las, Videos schaute und mir Rat von Hundetrainer:innen anhörte, und somit wusste, was auf mich zu kommt – war ich für vieles nicht gewappnet. Die letzten 366 Tage waren die überfordertsten, anstrengendsten aber auch schönsten Tage. Ich wünschte mir jedoch, jemand wäre so ehrlich gewesen und hätte mir die pure Wahrheit zum Leben mit Welpe erzählt. Oftmals hört man nur wie wunderbar die Zeit mit einem jungen Hund ist, die Schattenseiten werden ausgelassen. Aus diesem Grund, teile ich 7 Dinge, die ich gelernt habe und vorher gerne gewusst hätte.

1. Nicht jeder Hund ist einfach einfach

Jeder Hund ist anders und hat einen eigenen Charakter. Obwohl ich nur die Erfahrung mit Pepper habe, bin ich fest davon überzeug: Wie sich der Charakter des Hundes entwickelt, wie er sich in Situationen verhalten wird, weiß man vorher nicht. Oftmals werden die Probleme mit den eigenen Hunden nicht geteilt – nur die schönen Momente. Ein Hund ist viel Arbeit, und das jeden Tag. Jede:r hat Probleme. Die einen haben kleinere, die anderen größere. Pepper hat einen stark Verteidungsdrang mir gegenüber entwickelt und es ist trotz Hundetrainer und Erziehung ein steiniger Weg. Doch es geht immer bergauf, auch wenn wir mal 2 Schritte zurück anstelle von vor gehen.

2. Deine Gefühle, Ängste, Unsicherheiten sind die deines Hundes

Dein Hund wird nach der anfänglichen Eingewöhnungsphase eine so starke Bindung zu dir aufbauen, dass er ein enorm starke Empathie entwickelt. Das ist vollkommen normal aber der wohl am meisten unterschätzte Fakt meinerseits. Pepper merkt alles, jede kleinste Gefühlsschwankung – aber besonders Angst oder Panik. Deshalb vermutlich auch der enorme Drang mich zu verteidigen. Aber es ist auch schön, denn bei meiner Freude freut er sich gleich doppelt mit. Man sollte sich dessen nur bewusst sein. Wie dein Hund in manchen Situationen reagiert, beginnt in den meisten Fällen mit dir. Auch, wenn man sich das manchmal nicht eingestehen möchte.

2. In der Großstadt ist der Hund tagsüber, was die Zigarette im Nachtleben ist

Mit einem Hund vor die Tür zu gehen ist für viele die direkt Einladung mit einem zu sprechen – ob du das nun möchtest oder nicht. Es ist eine Garant für Smalltalk – ähnlich wie in der sonstigen Raucherecke. Daran musste ich mich gewöhnen, da ich sonst auf jeglichen Smalltalk mit mir unbekannten Personen verzichte. Das impliziert natürlich nicht Unfreundlichkeit oder gar Respektlosigkeit – sondern eher den Wunsch bei Gesprächen grundsätzlich mehr in die Tiefe zu gehen als Smalltalk zu führen. Aber das nur so nebenbei. Mit einem Hund lernt man viele Menschen kennen. Vor Pepper kannte ich kaum Nachbar:innen, nach ein paar Wochen war mir kaum jemand in der Gegend unbekannt. Das war vor allem schön, da Pepper so auch Hundefreund:innen gefunden hat.

3. Ein Hund kostet viel Zeit – und Geld

Wenn der kleine Welpe einen mit seinem unwiderstehlichen Hundeblick ansieht vergisst man schnell die Zeit und Mühe, die man jeden Tag aufs neue investiert. Die Zeit ist das wertvollste, was du in deinen Hund und die Erziehung stecken kannst. Und die Zeit, die ich in Pepper stecke, fehlt eben jetzt an anderen Enden. Am Anfang ein Drahtseilakt. Der Haushalt, mein Freunde und Familie und die Zeit für mich hat darunter gelitten. Das war hart und hat definitiv an meine Nerven gezerrt und mich an meine Grenzen gebracht. Jetzt nach einem Jahr haben wir uns langsam eingespielt. Er musste zwischendurch viel zurückstecken, da ich umgezogen bin. Bei Pepper kann ich leider meinem Kredo von Qualität statt Quantität nicht gerecht werden. Er ist eben nach 30 Minuten Spaziergang nicht so ausgelastet wie nach einer Stunde. Der andere Part, der nicht zu unterschätzen ist, ist der finanzielle. Ein Hund kostet Geld und nach oben gibt es da keinerlei Grenzen. Am Anfang häufen sich die Kosten. Hundeleine, Näpfe, Leckerlies, Hundeschule, Gesundheitsschecks. Die Liste ist lang. Je nach Rasse wächst ein Welpe enorm schnell und braucht alle paar Wochen ein neues Geschirr, ein neues Halsband. Das Geld investiere ich liebend gerne. Pepper wird geradezu verwöhnt. Am Futter spare ich beispielsweise nicht, das ist eine Vorsorge für später. Zwar keine Garantie, aber viele Krankheiten können durch eine gesunde Ernährung vermieden werden. Das steht natürlich jedem frei, für was und wie viel Geld ausgegeben wird – aber ein Hund ist teuer. Das ist ausser Frage.

4. Goodbye Spontanität

Mit Pepper muss ich vieles besser planen. Spontan ohne Vorwarnung die Wohnung zu verlassen ist nicht mehr so einfach wie davor. Aber das nehme ich wahnsinnig gerne in Kauf. Das fällt mir vermutlich relativ leicht, da ich Struktur liebe. Doch das hat natürlich anfangs auch etwas gedauert, bis man eine neue Routine im Alltag integriert hatte. Als Pepper in den ersten Wochen nicht stubenrein war, war das eine Katastrophe. Da war mein Tag im Zwei-Stunden-Rhythmus getaktet. Mittlerweile haben wir einen Alltag, der für alle die meiste Zeit gut läuft.

5. Unterstützung macht das Leben mit Hund leichter

Ohne jegliche Unterstützung wäre das Leben mit Pepper sehr hart – das gebe ich zu. Gerade, weil ich viel arbeite. Doch mit den richtigen Freund:innen, die auch mal spontan einspringen können und Pepper liebend gerne aufnehmen ist es ein Kinderspiel. Die andere Alternative sind Hundesitter, das ist aber natürlich wieder ein finanzieller Aspekt, den sich nicht jede:r leisten kann oder will. Für Notfälle bin ich allerdings froh auf beides – sowohl Freund:innen als auch Hundebetreuung – zurückgreifen kann. Vor allem als Pepper noch nicht alleine bleiben konnte eine große Unterstützung und Entlastung für mich.

6. Meine Kleiderschrank wurde zur beigen Ästhetik

Bei diesem Punkt muss ich immer grinsen. Ich trage wahnsinnig gerne schwarze Kleidung. Vor allem in den Wintermonaten. In den ersten Wochen nachdem Pepper bei uns eingezogen ist, lies sich das noch gut miteinander vereinbaren. Pepper haarte nur kaum. Naiv glaubte ich, dass der Zustand so bliebe. Nun ja. Wer jetzt in meinen Kleiderschrank blickt findet hauptsächlich helle Töne, auf denen man Peppers Fell nicht sieht. Das macht das Kuscheln viel einfacher. (Plus der Staubsauger ist mein neuer bester Freund.)

7. Pepper bringt mir die perfekte Work-Life-Balance

So absurd wie es klingt, aber ich habe einen Hund gebraucht um ein Leben abseits von Bildschirmen zu haben. Ich habe mir in den letzten Jahren sehr viel erarbeitet, das hat auch zu sehr vielen Stunden Screentime geführt. Zusätzlich waren irgendwann alle meine Freizeitaktivitäten ebenfalls nur noch am Bildschirm – egal ob Yoga, VIRAGO SPRING, lesen, Netflix, etc. Abschalten konnte ich nicht wirklich. Dafür bin ich wohl am dankbarsten. Jetzt schnappe ich mir Pepper, wenn alles zu viel wird und gehe mit ihm in die Natur. Die für mich beste Work-Life-Balance.

Würde ich die Entscheidung heute wieder treffen?

Es mag verwirrend klingen, aber ich kann diese Frage nicht beantworten. Pepper zu adoptieren war keinesfalls eine spontane Entscheidung. Der Wunsch nach einem Leben mit Hund habe ich seit ich klein bin. Daher bin ich sehr froh, mir diesen Wunsch endlich erfüllt zu haben. Jedoch war es auch die einzige Entscheidung in meinem Leben, bei der ich keinen Plan B hatte und einfach mit dem Flow gegangen bin. Ganz nach dem Motto, was soll schon passieren. Für mich steht ausser Frage ich werde Pepper niemals ab geben. Er gehört zu mir, ich habe ihn adoptiert und somit für sein gesamtes Leben Verantwortung übernommen. Und genau das ist der Grund, warum ich diese Frage nicht beantworten kann. Verantwortung für ein Lebewesen zu übernehmen ist nichts, was ich persönlich zurück ziehen kann. Wäre die Erziehung eines Hundes in einer anderen Lebensphase einfacher gewesen? Vielleicht. Das kann ich allerdings zum jetzigen Zeitpunkt nicht wissen.

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